unsystemischer Ratschlag
Ungestraft "trivial" sein!

Der Arbeitsalltag mit seiner Hektik kann uns manchmal so richtig an die Gurgel gehen. Nur selten verzeiht er, wenn wir Dinge in Ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit, wie es die Systemiker bezeichnen, "trivialisieren".

So zum Beispiel gelingt es nicht immer, einen anderen zum Sündenbock zu machen. Zähneknirschend muß man dann zur Kenntnis nehmen, daß man auch selbst an einem gescheiterten Projekt beteiligt war. Oder Mitarbeiter fordern die Einführung flexibler Arbeitszeiten. Man schmettert ein solches Ansinnen mit Welterkärungen ab wie: "Das war schon immer so und so muß es auch bleiben!". Und wie von böser Zauberhand handelt man sich auch schon den Ruf ein, ein Verhinderer und Blockierer per excellence zu sein. Sie können diese Liste sicher spielend mit Beispielen aus ihrem persönlichen Fundus fortsetzen. Irgendwie wird alles immer komplizierter, als es aus der Natur der Sache sein müßte? Man rackert sich ab, um alles unter einen Hut zu bringen; - und nichts als Streß ist der Dank!

Letztendlich sind es meist die einfachen Dinge, die das Leben richtig lebenswert machen. Wie befreiend ist es doch, wenn man nach Hause kommt und der eigene Hund auf das Kommando: "Sitz!"...na, was?... ja, einfach "sitz" macht. Oder ihr Nachbar, ein pensionierter Schneidermeister, Ihnen geduldig zuhört, wenn sie ihm erklären, wer am Scheitern des vergangenen Weltwirtschaftsgipfels schuld war. Oder Sie sich ein gutes Glas Rotwein gönnen, gemeinsam mit ihrem Partner oder Freunden in die untergehende Abendsonne blicken und denken: "Das Leben kann doch so einfach und schön sein? ... Warum nicht weniger und das öfter? Und der Rest soll ruhig etwas warten!"

Ja, es gibt sie, die Gelegenheiten in denen man ungestraft "trivial" sein kann!

Ihr Mathias Weyrer