| unsystemischer
Ratschlag |
| Rezept für Weihnachtskekse |
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Man nehme - endlich einmal etwas ganz Unsystemisches, alles möglichst linear Schritt für Schritt, mit präzisen Vorgaben, die den Erfolg garantieren - also man nehme, nein, doch nicht, vorher muss noch bestimmt werden, wer nehmen soll, und da macht sich der kleine Sohn (der selbst sagt, dass er schon groß ist, weil er schon fünf ist) lautstark bemerkbar. Er möchte unbedingt das Mehl in die Schüssel geben und die Eier auseinander schlagen und, und, und. Tochter B möchte ganz fantastische Formen ausstechen und Tochter A hat ein cooleres Rezept aus dem Internet gefunden. Okay, also beginnen wir von vorne: Wer macht jetzt was? Welche Wünsche sind da? Wer bringt welche Fähigkeiten und Ideen mit? Wer will was lernen, theoretisch oder ganz praktisch? Wie werden die attraktiven und die weniger attraktiven Aufgaben aufgeteilt, so dass alles möglichst ausgeglichen läuft? "Aber was; das ist doch nicht notwendig; einfach tun und Spaß dabei haben!", sagen Frauenstimmen. Und weiter: "mach doch diesen Firlefanz bei deinen Workshops und Seminaren, hier brauchen wir das nicht; reine Zeitvergeudung, fangen wir doch endlich an!" und gleich im Nachsatz: "Aber nein, eigentlich fehlen noch ungespritzte Zitronen und Nüsse. Die bräuchten wir schon recht dringend. Das einzige Geschäft, das jetzt noch offen hat, ist am Bahnhof; mit dem Auto bist du ja gleich wieder zurück. Ja bitte, wir wollen doch so gerne heute backen!?" Was bleibt einem
da über, als an die Selbststeuerung von Systemen zu vertrauen, und sich
damit zufrieden zu geben, dass man eigentlich nur für Hilfsdienste gebraucht
wird: Einkaufen, Abwaschen, Wegräumen ... Schön loslassen zu können, entstehen
zu lassen, was kommt; und dabei nicht an Wechselwirkungen, Hypothesen,
Interventionen etc. denken zu müssen. Einfach Cassandra Wilson hören,
einen edlen "Cuvee Heideboden" aus Frauenkirchen goutieren; - verbunden
mit dem Geruch der werdenden Kekse die stille Zeit genießen. Viel Vergnügen; Schöne
Stunden! |