| unsystemischer
Ratschlag |
| Sommerhitze, Sommerflaute, ... Sommermuße |
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Unser Vorschlag:
Gönnen Sie sich 2 sommerliche Mußestunden mit sich selbst.
Und zwar so richtig. An einem eigenen Tag, zu einem Zeitpunkt, an dem
sie sich erfahrungsgemäß frisch und munter fühlen. Schritt 1: Tragen Sie Ihre 2 Mußestunden in ihren Kalender ein. So, dass diese vor Zugriffen - Ihren eigenen und denen anderer - geschützt sind. Vielleicht nicht gleich morgen, sondern erst in einigen Tagen. So, dass Sie gegebenenfalls notwendige "Abschottungsmaßnahmen" gegenüber Dritten treffen können. Wenn schon, dann richtig. Es soll ja eine Zeit auf Du und Du werden. Schritt 2: Überlegen
Sie, an welchem Platz wollen Sie diese Zeit mit sich selbst verbringen?
Wählen Sie einen Ort, an dem Sie ungestört sein können,
der Ihnen Kraft, Freude und ... vermittelt. Ein Platz, an dem Sie möglicherweise
schon einige Zeit nicht mehr waren und der darauf wartet, wieder von Ihnen
besucht zu werden. Oder eine Stelle, von der Freunde Ihnen erzählt
haben. Oder ... wo immer Sie möchten und Lust aufkommen spüren.
Eventuell wird es notwendig sein, sich dort vorab anzukündigen ... Schritt 3: Nun gilt
es zu überlegen, welche Dinge Sie gerne auf Ihre Reise nach Innen,
Ihre Reise zu sich, ... mitnehmen möchten. Tragen Sie diese Dinge
zusammen. Eine Decke, ein Lyrikbändchen, in dem Sie immer wieder
gerne lesen, ein Foto, das Ihnen wichtig ist, Ihr Tagebuch, in das Sie
von Zeit zu Zeit etwas hinkritzeln, ein Getränk, das Sie beflügelt,
eine Kleinigkeit zu essen ... Vielleicht möchten Sie aber auch völlig
leer ankommen? Dann wären lediglich ein Notizblock und ein Stift
vorzubereiten. Schritt 4: Nehmen Sie sich Zeit, auch tatsächlich anzukommen. Hilfreich kann sein, sich körperlich durchzuschütteln, mehrmals laut auszuatmen. (Sollte der gewählte Ort ein kühles Museum sein, so tun Sie dies behutsam; - security, Sie wissen. Oder erzählen Sie dem Aufsichtspersonal einfach von Ihrem Experiment.) Lassen Sie sich nieder, schließen Sie Ihre Augen, beobachten Sie Ihren Atem, horchen, fühlen Sie ... Stimmen Sie sich auf sich ein, wie es für Sie angenehm ist. Lesen Sie in Ihrem Lyrikbändchen, blättern Sie in Ihrem Tagebuch, genießen Sie Ihr Getränk, ... was immer das Ihre ist. Und wenn Sie das Gefühl haben, Sie sind tatsächlich da, lassen Sie die letzten Tage und Wochen Ihres Lebens wie Wolken am Himmel vor Ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Tun Sie dies möglichst ohne zu bewerten, verweilen Sie nicht zu lange, beobachten Sie neugierig ... alles, was auftaucht, während Sie in Ihr Leben hinein/zurück/etc. wandern. ... Auf welche Personen treffen Sie; wer kommt häufig vor? An welche Orte gelangen Sie; welche Plätze wiederholen sich? In welchen Situationen finden Sie sich immer wieder? Welche Gefühle tauchen auf? Welche Geschmäcker nehmen Sie wahr? Auf welche Gerüche stoßen Sie? ... Fühlen Sie sich wie in Ihrem eigenen (Wolken-)Kino ... schauen Sie interessiert zu, erinnern Sie sich, lassen Sie sich berühren, finden Sie ... Und beobachten Sie, wie sich Ihre eigene Befindlichkeit verändert, während die Geschichten aus Ihrem Leben kommen und gehen ... Schritt 5: Machen Sie Notizen von dem, was Sie beobachtet haben. Empfehlung: nicht mehr als 1 Seite lang. Versehen Sie Ihre Notizen mit einfachen Anmerkungen. Sollte Ihnen nichts Besseres einfallen, dann eben mit "+++", "++" oder "+", dort wo etwas für Sie Tolles passiert ist. Und umgekehrt mit "---", "--" oder "-" , wenn Sie meinen, etwas sei weniger gut gelaufen. "!!!" können für Achtung stehen, "???" beispielsweise für großes nicht Verstehen. Lesen Sie alles noch einmal durch. Versuchen Sie einen - Ihren - Gesamteindruck wahrzunehmen, der Ihre Anmerkungen einschließt. Danach notieren Sie kurz das, was Ihrer Meinung nach fehlt; - nur kurz und ganz spontan. Schritt 6: Nun ist
es Zeit, Ihre Mußestunden angemessen zu beenden. Schön langsam,
vielleicht auf dieselbe Weise, wie Sie diese begonnen haben. Augen schließen/öffnen,
auf den Atem hören ... wieder im Hier und Jetzt ankommen. |