|   Erinnern
Sie sich bitte an die letzten Wochen ... gab es da Situationen, in denen
Sie zornig waren? ... so richtig zornig ... Und wenn ja, erinnern Sie
sich, wie dieser Zorn entstanden ist: ganz plötzlich aus dem Nichts oder
schön langsam immer größer werdend ... bis es zum Ausbruch kam ... oder
aber Sie es schafften, frühzeitig den Raum zu verlassen, um Abstand zwischen
sich und den Auslöser zu bringen - also lautstarke Entladung zum Auslöser
hin oder sukzessives Abflauen der inneren Energie bis zur Beruhigung ...
Und wie ging es danach weiter? ...
Dies
ist kein Plädoyer gegen den Zorn, denn dieser ist nur allzu menschlich.
Ein spannendes inneres Gefühl, das allerdings ab und an auch destruktiv
nach außen wirkt. Daher lohnt es, seine Licht- und Schattenseiten gegenüber
zu stellen:
| positive
Seiten des Zorns |
schwierige
Seiten des Zorns |
Wachheit:
man ist plötzlich hellwach - noch niemand ist im Zorn eingeschlafen
|
Schuld
ist der oder das andere:
man ist fokussiert auf das Objekt des Zorns, sei es ein Mensch oder
eine Sache und gibt ihm die "Schuld" |
Selbstkontakt:
man kommt in Kontakt mit sich selbst und spürt sich selbst gut, wenn
das innere Grummeln stattfindet |
Autopilot:
je größer der Zorn, desto automatischer die Reaktion, dabei verliert
man oft den Kontakt zu seinem Gegenüber |
Weisheit:
man hat Momente lang einen klaren Blick dafür wie die Dinge zusammenhängen,
die zu dieser Situation gehören |
Man
hat nachher viel zu tun:
ungewollte Verletzungen sind wieder auszubügeln oder üble Nachrede
so gering wie möglich zu halten |
Das
neue Schlagwort in diesem Zusammenhang heißt Anger Management.
Ziel dabei ist, das Positive am Zorn zu nutzen und seine negativen Seiten
möglichst klein zu halten. Testen Sie es selbst, indem Sie in den kommenden
Wochen folgende Tipps beherzigen:
1.
Beobachten Sie - im Anlassfall - mit Genuss, wie eine Welle von Energie
durch ihren Körper rollt!
2.
Lassen Sie dabei die Etiketten "Zorn" und "Schuld" weg, holen Sie mehrmals
tief Luft und danken Sie innerlich dem Auslöser für diesen Selbstkontakt!
3.
Wenn sich dabei der "Zorn" bereits aufgelöst haben sollte, um so besser,
nun können Sie sich auf das konzentrieren, was mit der Zorn auslösenden
Person gegebenenfalls zu klären, zu tun, zu vereinbaren ist.
4a.
Wenn die Welle aber größer - und unkontrollierbarer - wird, der Genuss
nachlässt und Ihr Schalter schon fast wieder auf Autopilot umstellt, verlassen
Sie kurz den Ort des Geschehens und setzen Sie dort - neugierig auf sich
selbst - mit 1. und 2. fort, um dann zurück zu kehren und Tipp 3 anzuwenden.
4b.
Wenn die Welle zur Anwendung von Tipp 3 zwar noch zu groß ist, Sie aber
etwas mehr inneren Abstand verspüren, helfen die Gegenmittel Mitgefühl
und Geduld. Mitgefühl: Versetzen Sie sich in die andere
Person, um herauszufinden, was diese bewegt und machen Sie sich klar,
dass sie vielleicht nicht aus böser Absicht, sondern möglicherweise aus
Unwissenheit das getan hat, worüber Sie zornig wurden ... Geduld: Denken
Sie an Situationen, in denen Sie selbst etwas getan haben, das Sie im
Anschluss doch nicht so gut fanden ... und wie erleichtert Sie waren,
als Ihr gegenüber mit Nachsicht reagierte anstatt mit Zorn ...
Ihre
Monika
Veith

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