unsystemischer Ratschlag
Zum ersten mal Führungskraft;
Führung und Fachaufgaben unter einen Hut bringen!

Heute werden immer noch häufig die besten Fachleute zu Führungskräften gemacht. Die Gründe dafür sind verständlich:

Wer zum Beispiel ein hervorragender Verkäufer ist, der hat wohl auch das Zeug zu einem hervorragenden Verkaufsleiter. Denkt man. Denn die Nachteile zeigen sich nur allzu häufig sehr rasch: Die Person muss plötzlich einen Job machen, der neu ist: Sie muss führen. Und sie hat nun plötzlich weniger Zeit und weniger Gelegenheit, das zu tun, was ihr bisher das liebste war, und wo sie auch so erfolgreich war: verkaufen. Frust ist die Folge, bei der neuen Führungskraft und bei ihren Mitarbeitern.

Aus dieser Sackgasse kommt man heraus, indem man sich drei Dinge sehr klar macht:

Erstens (vor Übernahme der neuen Position): Will ich wirklich Führungskraft werden? Wird mich das glücklicher machen, als ich jetzt bin? In welchen Bereichen? - Hier muss ich einige Bereiche finden, in denen ich glücklicher sein werde, wenn ich diesen Schritt getan habe. Mehr Geld, mehr Einfluss, mehr Ansehen, mehr Verantwortung - das alles sind gute Gründe und können sehr gute Gründe sein. Ich muss mir nur sicher sein, dass mich diese Dinge zufriedener machen werden, als ich es jetzt bin.

Zweitens (auch noch vor der Entscheidung): Wie werde ich damit umgehen, dass ich etwas ganz Neues lernen muss, das ich nur vom Zuschauen kenne? Werde ich es mir selbst erlauben, Fehler zu machen, um aus ihnen zu lernen? - Perfektionisten haben es hier besonders schwer.

Drittens (in der neuen Position): Habe ich jeden Tag ein Zeitfenster, um mich mit dem Thema Führen zu befassen? Ist dieses Zeitfenster für mich groß genug? - Diese Frage ist besonders wichtig: Wenn kein Zeitfenster für die neue Aufgabe reserviert ist, kann das sehr leicht zu großer Frustration im neuen Job führen. Denn was keine Energie bekommt, das fährt nicht - wie wir vom Auto wissen. Zeit und Aufmerksamkeit sind die Energie, die Führung zum Laufen bringt. Hier ist tägliches Nachtanken nötig.

Bis zum nächsten Mal
Gerardo Drossos